Tropfen im Ozean

Tropfen im Ozean

Buchcover_Tropfen_im_Ozean Die Protagonistin hat einen Master in Filmwissenschaften, aber weder einen Job noch eine Beziehung, dafür Schulden auf dem Konto und mindestens genauso viel Minderwertigkeitskomplexe. Verzweifelt besucht sie ein Persönlichkeitsseminar nach dem anderen – ohne den ersehnten Durchbruch zu erfahren. Doch dann taucht Jean auf, ein gutaussehender Unternehmer, der ihr die Chance bietet, sein Filmstudio aufzubauen. Dankbar greift sie zu, stellt ein Team zusammen und produziert die ersten erfolgreichen Filme. Das Geschäft floriert. Jean, ihr Chef, ist begeistert und nicht nur beruflich an seiner Regisseurin interessiert – zart zeichnet sich Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft ab. Doch die Arbeit frisst sie auf, es gibt kaum Zeit für Privates. Mit der Zeit völlig überarbeitet kämpft sie mit ihrem Gewicht, ihrem Aussehen und um Erfolg. Ihr ganzes Dasein ist darauf ausgerichtet, sich als Regisseurin einen renommierten Ruf zu erarbeiten, denn sie ist überzeugt, damit Erfüllung, die Liebe Jeans und ihr Glück forcieren zu können. Doch je mehr sie ihrem Ziel entgegenrennt, desto weiter scheint es sich zu entfernen. Zum einen hat Jean ganz offensichtlich auch andere Mädchen gern, dann stellt sich heraus, dass er sie vertraglich böse gelinkt hat. Und wäre dies nicht genug, erscheint auch noch die blauäugige, langbeinige und mit Körbchengröße C gesegnete Emilie auf der Bildfläche, die es auf Jean abgesehen hat. Unweigerlich kommt es zum Zusammenbruch und tiefer Depression. Tja- und jetzt: Lass los und liebe Dich selbst. Ja, Herrgott nochmal: Wie denn? Doch das Leben ist voller Wunder – und abenteuerlicher Begegnungen. Nein - kein gutaussehender Six-Pack-Bachelor, der sie auf den Schwingen der Liebe aus der Scheiße hievt... es ist anders... ganz anders als Sie denken! --- „Liebe dich selbst“ und „Du musst einfach nur loslassen!“ sind typische Ratschläge, die man inmitten von Beziehungs- und anderen Krisen bekommt – leicht gesagt, aber oft schwer umzusetzen. Wie geht denn nun dieses verflixte „Loslassen“ und wie liebt man sich selbst? Seit über fünfzehn Jahren verbringe ich immer wieder Zeit in indischen Klöstern, die einen Fundus an Parabeln und Erzählungen beherbergen, beschäftige mich mit östlichen Lehren, z.B. dem Yoga Vasishta, den Veden, Upanishaden, vorzugsweise also Weisheiten des Kashmir Shaivismus’, dessen ewig gültige Philosophien dauerhaftes Glück prophezeien. Obwohl so alt, sind die Erkenntnisse der Weisen in jede Situation des 21. Jahrhunderts umsetzbar - ohne als Mönch auf dem Himalaya leben, auf alles verzichten oder sich strengen Regeln unterziehen zu müssen. Dieses und vieles mehr hat mich zu „Tropfen im Ozean“ inspiriert.
Buchcover_Tropfen_im_Ozean Leseprobe 1
Ein zweiter Tag Als ich über die Wiese lief und mich dem Waldrand näherte, sah ich ihn schon stehen. Die seltsame, seitlich an den Stamm eines Baumes genagelte Tür war geöffnet, Sonne leuchtete heraus und er stand am Eingang wie eine Mutter, die sich auf ihren Erstklässler freut. Er winkte mir zu und ich winkte glücklich zurück. Mein Herz weitete sich, während mir im gleichen Moment bewusst wurde, dass wir gestern, bei unserem ersten Treffen, keine zehn Sätze gewechselt hatten und hauptsächlich schweigend in der Sonne gesessen waren. Doch ein paar Sekunden später sah ich mit strahlenden Augen in die seinen und fühlte mich bis in die letzte Zelle willkommen. Sein Lächeln war atemberaubend offen, seine beiden Hände umgriffen die meinen und hüllten sie ein in einen sanften Schutz. „Wie schön... du bist gekommen“, sagte er und grinste. Das war kein Lächeln. Es war ein lausbubenhaftes, ansteckendes Grinsen, das mir sofort die Mundwinkel nach oben bog. „Ich konnte es kaum erwarten! Ich hab sogar von Ihnen geträumt!“, hörte ich mich sagen. „Tatsächlich!“, rief er und lachte. „Hoffentlich war’s kein Albtraum!“ „Gott bewahre, genau das Gegenteil“, gab ich zurück. „Ich hab schon lange nicht mehr so gut geschlafen wie heute Nacht.“ Es war seltsam. Da war kein Graben zwischen uns, kein Bedarf, uns miteinander vertraut zu machen. Wir waren miteinander vertraut. Wir kannten uns. Ich wusste, ich war mit diesem Mann auf eine Weise verbunden, die mein Kopf nicht verstand. Der alte Mann schloss die Tür am Baumstamm sorgfältig von innen, was zwar nutzlos war, mir aber das erhabene Gefühl gab, dass nichts und niemand uns stören würde. Den Schlüssel mit den kunstvoll verschlungenen Ornamenten steckte er mit einem verschmitzten Lächeln in seine Hosentasche, dann bot er mir in alter Manier den Arm und ging mit mir in die Sonne, Richtung moosbewachsene Bank. Es war wie ein lichter Traum. Schon bei den ersten Schritten nahm ich die Schönheit des Waldes anders wahr als sonst. Ich roch den Duft der Nadeln, von fruchtbarer Erde, und dachte beglückt: „Eines der schönsten Dinge dieser Welt ist Sonne, die auf Blattgrün scheint.“ Und dann kam mir, überhaupt seit langem wieder so etwas Ähnliches wie Glück zu verspüren – weil Sonne ein Blatt in Licht tauchte? War es wirklich so einfach, glücklich zu sein? Der alte Mann schaute mich an. „So ist das“, sagte er „Schönheit, die man im Außen wahrnimmt kommt immer von innen. Von woher sonst?“ Ich verstand nicht, was er meinte, wollte aber den Moment nicht zerstören und schwieg daher. Es war leicht, die paar Minuten bis zu der Bank zu genießen. Es war leicht, an der Seite dieses Mannes zu schweigen. Ich wollte nicht wissen, wie er hieß, wollte nicht wissen, wo er herkam, wollte nicht wissen, was er möglicherweise erlitten hatte und warum er hier im Wald war. Ich war glücklich, dass er hier war und genoss das Gefühl in vollen Zügen. An der Bank angekommen, erwartete mich eine weitere Überraschung: Auf einem kleinen, runden, schmiedeeisernen Tischchen stand eine Teekanne mit chinesischen, grün-goldenen Szenerien auf einem passenden Rechaud, zwei Teetassen aus hauchdünnem Porzellan und eine kleine Vase mit einem blühenden Apfelzweig darin. Das Bild war so idyllisch, dass ich mein Entzücken darüber laut zum Ausdruck brachte. Er strahlte mich an und wies mit der Hand auf einen Platz auf der sonnenbeschienenen Bank. Die Vögel zwitscherten, der Wind rauschte leicht in den Wipfeln der Bäume, der Geruch des Waldes umfing uns und es war still und friedlich auf dieser Lichtung im Wald. „Es ist so schön hier“, murmelte ich. „Ja, es ist schön hier“, antwortete er und schenkte mir mit heiterem Gesicht Tee ein. Seine Gesichtshaut war erstaunlich fest, um die Augen hatte er unzählige Lachfältchen, er war sorgfältig rasiert und man konnte auf den Wangen wie auf seinen grazilen Händen Altersflecken entdecken. Auch der Mund war der eines alten Mannes: die Lippen nicht mehr so voll, wie sie wohl einst gewesen waren und die Oberlippe wies die vom Alter üblichen Falten auf. Wie alt mochte er sein? Ich sah mich außerstande, irgendeine Schätzung abzugeben, weil seine Augen, seine ganze Ausstrahlung, alle Runzeln vergessen machte. Man sah sie einfach nicht. Das heißt, man sah sie, wenn man sie sehen wollte, aber nicht, wenn man ihn in seiner Gesamtheit auf sich wirken ließ. Urplötzlich ergriff mich wieder diese immense, tiefe Ruhe, die er ausstrahlte. Ich lehnte mich zurück und seufzte. „Geht es dir gut?“, fragte er. „Oh ja“, antwortete ich mit Inbrunst. „Ich glaube, es ging mir schon lange nicht mehr so gut wie jetzt!“ Er lachte leise und arrangierte den Zweig in der Vase etwas um, während er sich zwanglos neben mich setzte und seine Tasse in die Hand nahm. „Der Tee ist aus China“, erklärte er. „Diese kleinen Kügelchen sind kleine Wunder und vor allem geschmackvoll.“ „Welche Kügelchen?“ fragte ich verständnislos. „Die Teekügelchen“, antwortete er. Sacht stellte er seine Tasse zurück, hob den Deckel der Teekanne und ließ mich hineinschauen. Vollendet geformte weiße Blüten trieben auf der Oberfläche des Wassers. Dann stand er auf, ging hinter die dichte Baumgruppe und kam mit einer reich verzierten Teedose zurück. Geräuschlos setzte er sich neben mich, während er die Dose öffnete und einige zu erbsengroßen Kugeln gerollte Teeblätter in seine Hand schüttete. „Schau mal“, sagte er, „das ist der Originalzustand. Wenn du heißes Wasser darauf gießt, entfalten sich die Kugeln und werden zu kleinen Blüten.“ „Wow“, sagte ich, „das ist... schön! Woher haben Sie denn so was?“ „Du“, verbesserte er. Sein Lächeln war charmant, machte ihn attraktiv und alterslos. „Aus China“, wiederholte er dann unbekümmert und schloss das Behältnis wieder. „Mit den Menschen ist es oft ebenso, findest du nicht? Erst wenn man ihnen ein bisschen Wärme zuführt, entfalten sie sich.“ Er stellte die reich verzierte Dose neben die Vase auf den Tisch und vervollständigte damit das fantastische Arrangement: die filigranen grün-goldenen Malereien auf cremefarbenem hauchdünnem Porzellan, die grazile Komposition des Apfelzweiges aus weißen Blüten und Grün daneben. Einige Augenblicke war ich versunken in dieses überaus schöne Bild. Mir fiel nicht ein zu fragen, wie er denn an Teekugeln aus China komme, noch ging ich auf seine Metapher ein. Ich habe vieles zu Beginn einfach nicht gehört. Stattdessen wandte ich mich ihm mit leuchtenden Augen zu, als sei er ein Märchenonkel, der mir versprochen hatte, vor dem Zubettgehen noch eine Geschichte zu erzählen. Er sah mich an, heiter und liebevoll, und öffnete mit diesem Blick mein Herz. Dann lehnte er sich zurück. „So – und nu“, sagte er. „Bist du denn heute bereit, von dir zu erzählen?“ „Ja“, sagte ich. „Bin ich. Ich erzähle dir alles.“ Und das tat ich.

Leseprobe 2
Die Anfänge waren ... hm... ich würde sagen: originell. J war auf 180 und wollte unbedingt loslegen. Seine Idee, Mittelstand und Kleinunternehmer davon zu überzeugen, einen Imagefilm zu brauchen, brannte in ihm und so nahm er mich gleich am nächsten Tag mit zu einem Termin bei einem Firmenchef, dem er einen Film zum Sonderpreis versprochen hatte, sobald das Equipment verfügbar wäre. „Aber J – wir haben noch gar kein Equipment“, warf ich zaghaft ein. „Wir haben noch gar nichts!“ „Ja, aber – das machst du doch – ich hab dir doch das Budget gegeben und du kaufst alles ein.“ „Ja, schon, aber das dauert ...und bis das alles eingerichtet ist, und ehrlich, wenn wir schon darüber reden... du brauchst unbedingt neue Räumlichkeiten. Dein Keller reicht hinten und vorne nicht für das, was du vorhast!“ „Neue Räumlichkeiten?“, wiederholte J und sah mich entgeistert an. „Sag mal, hast du sie noch alle? Wir haben noch nicht einen Auftrag realisiert und du kommst mit so ner Forderung an?“ „Die Frage ist, ob du jemals einen Auftrag realisieren wirst, wenn du da nicht investierst“, konterte ich mutig. „Wenn nur einer deiner Kunden sich zu dir verirrt... der fällt doch rückwärts wieder raus! Und überhaupt: Wir brauchen einen Green Screen, ein echtes Schnitt-Studio, einen schalldichten Raum zum Vertonen... das passt doch gar nicht in deine schimmligen Quadratmeter!“ J schaute mich nur an und sagte nichts mehr. Seine Kiefer mahlten aufeinander und ich wurde unsicher. Ich meine, es war mein zweiter Tag hier! Aber zum Grübeln blieb wenig Zeit– wir waren nämlich schneller beim Kunden angekommen als erwartet. Der groß angekündigte Firmenchef entpuppte sich als ein Schreiner mit fünf Angestellten, und J sprudelte auf ihn ein, als gäbe es einen Schnellrede-Wettbewerb zu gewinnen. Der Schreiner freute sich über Js Redeschwall so ähnlich wie mein Vater, als ich ihm als Siebenjährige stolz eröffnet hatte, sein Auto mit Akopatz gewaschen zu haben. „Sie wird sich um alles kümmern!“, rief J und schob mich vor. „Du wirst sehen, du kriegst einen Wahnsinnsfilm für dein Geld!“ „Na, ich weiß doch noch gar nicht, ob ich überhaupt einen will“, sagte der Schreiner, Herr Kropp, in einer der seltenen Atempause Js und kratzte sich am Kopf. „Du überfällst mich da so einfach... ein Film... wer will sich denn den anschauen? Und wo?“ Die gleiche Frage stellte ich mir gerade auch. Ich hatte eine mittelgroße Firma erwartet, die für Außendienstmitarbeiter und Kunden den Imagefilm auf die Homepage setzen oder an einem Messestand zeigen konnte, auf YouTube ... oder per mail an bestehende und potenzielle Kunden versandte, der eine professionelle xing und fb-Seite hatte... aber dies? Das war jemand, der seine Auftraggeber persönlich kannte und weiterempfohlen wurde. Mir wurde leicht mulmig und ich musste unwillkürlich daran denken, was meine Eltern sagen würden, wenn sie mich hier sähen, mit High Heels auf Sägespänen, Bierflaschen auf den Hobeltischen und einer Verhandlung im Stehen, die eher einem Vertretergespräch der übelsten Sorte ähnelte. „Da kümmert sie sich auch drum“, sagte J und deutete mit dem Daumen auf mich. „Sie macht dir ne Homepage, kostet halt extra, aber das muss es dir wert sein.“ Der Mann kratzte sich wieder am Kopf. „Ach Johann“, sagte er „Du immer mit deinen spinnerten Ideen... das wird doch nix hier auf dem Land...“ „Mann Gottes!“, schrie J. „Wo lebst du denn? Das musst du doch endlich mal begreifen, dass alle Welt ins Internet geht, um sich einen passenden Handwerker zu suchen! Und wenn sie dann den Begriff „Schreiner“ eingeben, werden sie alle möglichen Namen finden – nur nicht deinen!“ „Glaub ich nicht, dass die Leute das machen“, sagte Kropp. „Wir leben hier von Mundpropaganda. War schon immer das Beste... und das Ehrlichste.“ J sah seine Felle davon schwimmen, drehte sich mit erhobenen Augenbrauen abrupt zu mir um, zog Schultern und Hände nach oben, sein ganzer Körper fragte mich stumm, aber demonstrativ: „Halloho? Will gnä Frau vielleicht auch endlich was Produktives dazu beitragen?“ „Ähm...“, beeilte ich mich zu sagen, völlig baff von dem gar nicht mehr so charmanten J, der sich hier präsentierte. „’Ähm’ ist schon mal gut“, keifte J. „... echt originell, verdammt gut! Ähm.... und weiter?“ Ich war verletzt, aber zeigte es nicht. Was bildete sich dieser Dösel bloß ein? Nahm mich mit auf einen todsicheren Termin und warf mich dann in das von ihm verseuchte Wasser? „Ich denke, Herr Kolb hat mit dem Internet nicht ganz so unrecht“, wagte ich mich vor und blickte dem Schreiner in die Augen. „Die Gegend ist ländlich, ja, aber es ziehen immer mehr Leute hierher und die kennen Sie nicht. Vor allem junge Leute. Und die werden im Internet suchen, das ist einfach so. Wer keinen Internet-Auftritt hat, hat für sie nichts drauf. Genau dann ist es wichtig, einen vertrauenswürdigen Eindruck zu vermitteln.“ „Sag ich doch“, fiel J ein. „Genau das hab ich gesagt. Schon die ganze Zeit!“ „Die Leute schauen ins Telefonbuch“, konterte der Schreiner. „Das tun sie auch, da haben Sie Recht“, erwiderte ich. „Aber immer weniger... und wenn, dann steht ja da auch die website... und selbst das Telefonbuch gibt es online... wenn Sie die nächste Generation als Kunden haben wollen, müssen Sie sich umstellen, da führt kein Weg dran vorbei.“ Herr Kropp schaute unsicher von mir zu J. Mit diesem Satz hatte ich ihn erwischt, das spürte ich und J auch. „Und der Telefoneintrag muss genauso aussehen wie die Visitenkarte!“, sagte Joe, der wieder an Fahrt gewann. „Und? Hast du einen anständigen Telefon-Eintrag?“ „Noch nicht“, gab der Schreiner zu. „Macht alles sie“, sagte J und deutete wieder auf mich. „Hast du ein Logo? Nein? Macht sie auch. Ich druck dir die Flyer zum Sonderpreis. Und den Film kriegst du auch zum Sonderpreis! Herr Jesus Christus, wenn du nicht endlich deinen Servus unter den Schrieb hier setzt, geh ich halt zu deiner Konkurrenz! Und warum bin ich bei dir? Weil ich an dich glaube, du alter Sack! Los, hier ist der Stift... da unten! Wo das Kreuz ist!“ Ich war sprachlos. Wie ging J nur mit seinen Kunden um? Aber der Clou war: Es funktionierte. Kropp kratzte sich noch ein paar Schuppen von der Kopfhaut, aber er unterschrieb. Immerhin war er clever genug, eine Pauschale zu fixieren, die mir zusätzlich den Atem nahm, weil sich das niemals rechnen würde. Am Ende allerdings hatten wir zwischen Leberwurstbrot, Bier und Sägespänen unseren ersten Auftrag über Visitenkarten, Plakate, Aufkleber, Flyer, ein Banner, der Gestaltung einer Homepage, nicht zu vergessen den Telefoneintrag nebst Designen eines Logos und unseren ersten Film in der Tasche. Mir wurde schwindlig. Wir hatten kein Studio, einen Kameramann, von dem ich noch gar nicht wusste, was er konnte und so gut wie kein Equipment.

Leseprobe 3
An diesem Tag stieg er ein mit den „Lessons“, wie er es nannte, und Tempo wie Tiefe der Gespräche forderten mich von Beginn an bis an meine Grenzen. Alles mit ihm war anders. Weder bot er übliche Erklärungshilfen, noch erfüllte er meine Erwartungen. Und am wenigsten zeigte er Mitleid - im Gegenteil - er war gnadenlos direkt. Von Beginn an machte er klar, dass unsere Gespräche nichts Theoretisches waren - er erwartete, dass ich all das in die Tat umsetzte, er erwartete und lehrte mich, mich am Höchsten zu orientieren und zwar egal, wie weit entfernt ich mich davon fühlte. Rückblickend staunte ich, wie klar er von Beginn an alles gesehen und erkannt hatte. In diesen Tagen war ich einfach ein verfilztes, verworrenes Knäuel an schmerzlichen Gedanken und Gefühlen, aus dem er einen heraushängenden Faden zog, ihn bis zur ersten Verwicklung verfolgte, hartnäckig Verknotungen und Schlingen löste, bis schließlich alles enträtselt und offen war. Er beharrte auf seiner Frage. Was will ich vom Leben. Ich dachte nach. Geld? Ich habe Geld. Wenn es darum ginge, müsste ich glücklich sein. Liebe? Ja- natürlich. Anerkennung und all das - wer will das nicht. Aber dann fielen mir die Gedanken ein, die ich gehabt hatte, als ich am Tor des Millionärs gewesen war. Ich fühlte erneut meine Hände um die kühlen Ornamente des Tores geklammert, erinnerte mich mit immenser Klarheit an den abschließenden Gedanken, mir nichts sehnlicher zu wünschen als tiefen inneren Frieden und Freiheit. Erstaunt hörte ich mich das sagen. War das wirklich alles? „Das ist viel“, antwortete er. „Wenn du das hättest, hättest du alles.“ Er schwieg eine Weile, dann fragte er: „Welche Art von Freiheit meinst du denn genau?“ „Na, halt einfach ein sorgenfreies Leben“, antwortete ich lax. „Ohne diese mistigen, belastenden Gefühle und negativen Erlebnisse.“ „Hm“, machte er. „Wenn du frei sein willst von Hindernissen und schwierigen Situationen, wirst du nie frei sein. Diese Art von Freiheit gibt es nicht. Aber wenn du die Freiheit meinst, trotz der Steine auf deinem Weg glücklich zu sein... obwohl blöde Dinge passieren... dann wärst du wirklich frei.“ „Ich dachte immer, je höher man sich entwickelt, desto größer ist die Belohnung in Form eines sorgenfreien Lebens“, erwiderte ich, an Sonja und Co denkend. „Das ist Quark. Es gibt Menschen, die haben alles, was sie brauchen und machen sich trotzdem Sorgen. Und andere sind verstrickt in Schwierigkeiten und sind dennoch frei. Freiheit ist eine Geisteshaltung. Wenn du eine Sorge nicht mehr als solche ansiehst, bist du doch sorgenfrei.“ „Und wie soll das gehen?“, fragte ich neugierig. „Indem du dich von dem löst, was dich schmerzt. Indem...“ „Ja, aber wie geht dieses blöde Loslassen?“, unterbrach ich ihn. „Die Leute sagen immer: Lass doch einfach los! Lieb dich selbst! Aber genau das kann ich nicht. Ich werde mich ewig nach der Liebe meiner Eltern sehnen, ewig nach einer guten Beziehung und ...“ „...und es wird dir nie genug sein“, vollendete er meinen Satz. „Weil das nie die Lösung sein kann. Da springst du ja gleich in die größte Pfütze mit diesem Thema. Und was hat Selbstliebe mit der Liebe von anderen zu tun? Der Punkt ist, dass die meisten sich all das wünschen, weil sie keine Alternative haben.“ „Eine Alternative?“, fragte ich verwirrt. „Ist denn Liebe nicht essenziell und das Ziel aller? Welche Alternative meinst du denn?“ „Dein Herz“, sagte er und deutete mit dem Finger drauf. „Dein Herz, dein Inneres. Ja, Liebe ist essenziell. Aber such die Liebe in deinem Herzen. Dort ist sie unendlich und bedingungslos. Da drinnen ist es spannender als du meinst! Die Menschen gehen nach außen, nicht nach innen. Das ist das ganze Übel. Sonst nix.“ „Aber... wir leben nun mal in dieser Welt. Ich meine... ich kann mich nicht hinsetzen und den ganzen Tag meditieren... man muss Geld verdienen, Leistung bringen...“ „Natürlich musst du das“, antwortete er. „Das Eine schließt das Andere doch nicht aus. Und wer hat gesagt, dass du den ganzen Tag auf deinem Hintern sitzen sollst? Meditation ist viel weitgreifender als die meisten meinen. Ja, es beginnt damit, dass du für einige Zeit am Tag still sitzt... und wie schwer fällt am Anfang alleine das schon! Aber es endet damit, dass du in einen Zustand kommst, der dir das beschert, was du dir gerade gewünscht hast... und der Clou ist, dass du dann aus diesem Zustand und damit aus deiner Quelle heraus handelst. Du bist nicht getrieben von Motiven wie „Ich muss das erreichen, weil...“... Du bist immer in Meditation, bei allem, was du tust, verstehst du?“
Buchcover_Tropfen_im_Ozean Rezension 1
Spirituelles hat mich schon immer angezogen, ich lese aber auch Romane sehr gern. In der letzten Zeit konnte ich zwischen Mord, Sex, Horror, Thriller, Krimi und - gerade bei den Self-Publishern, zwischen kitschigen, oft nahezu pubertären Liebesromanen wählen. Auf der Suche nach Büchern, die meine beiden Lieblingsthemen, Belletristik und Spiritualität miteinander verbinden – und auch aus dem Wunsch nach etwas mehr Gehalt – bin ich auf Chopra gestoßen. Der schreibt gute Bücher, aber seine Romane sind für meinen Geschmack seicht. Sein Versuch, Spiritualität und Unterhaltung zu verknüpfen in „Warum lacht Gott?“ fand ich schlicht misslungen. Ein anderes Buch, das in diese Richtung geht ist „Der Mönch, der seinen Ferrari verkaufte“. Fängt gut an und wird dann total langweilig, bzw. so, wie man das von anderen Esoterik-Büchern kennt: Belehrend, 10 oder 15 Regeln und am besten sich auf dem Himalaya von einem Meister erleuchten lassen. Das hat mich noch nie angemacht. Aber dieses Buch ist einfach KLASSE! Erstens: Für Unterhaltung ist gesorgt. Die Geschichte ist so humorvoll und witzig, aber auch einfühlend erzählt, psychologisch super aufbereitet und vor allem erkennt man sich in vielen Situationen wieder. Zweitens: Die typischen Probleme der Protagonistin wie Beziehungsstress, Karrieredenken, Stress mit den Mitmenschen usw. finden hier eine Lösung, die unter die Haut geht. Das kann man anders gar nicht sagen. Grundsätze, die seit Urzeiten bestehen, werden auf eine Weise beleuchtet, dass ich so oft Gänsehaut hatte und das Buch auf die Seite legen musste, weil ich persönlich berührt war. Das ist Tiefgang, wie ich ihn liebe!!! Drittens: Überall scheint der Humor durch. Für mich persönlich war das Buch lebensverändernd, in dem Sinne, dass ich meine Welt und die Mitbürger und auch mich anders sehe. Und viertens: der Anreiz, die Dinge umzusetzen, ist hoch, weil nichts in dem Buch belehrend oder missionarisch geschrieben wurde. Mein Fazit: Ein Kleinod unter den Esoterikbüchern und ein Kleinod in der Belletristik. Einfach alles drin!!! Eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Unterhaltsam, tiefgründig, spannend, psychologisch, einleuchtend, mitfühlend... einfach alles! In dem Buch sind so viele Handlungsstränge enthalten - ohne verwirrend zu wirken - dass sich der Kauf extrem lohnt. Weil das nämlich eines der wenigen Bücher ist, die man mehrmals lesen wird. Die Inhaltsangabe liest sich ja eher harmlos, gestaltet den Rahmen der Geschichte, aber was an Inhalt geboten wird, ist fantastisch. Eine Regisseurin, die in ihrer Karriere vorwärts kommen will, Beziehungsprobleme hat und einen break down erleidet. Okay, das hört sich noch völlig normal an - aber die Lösungsansätze darin und vor allem die Art, wie sie dargeboten werden, ist schlicht genial! Es ist alles so witzig und humorvoll geschrieben und doch mit einer Tiefe, die sprachlos macht. Da wird mit alten Mythen und Vorurteilen, falschem Verständnis und der Esoterik-Szene aufgeräumt. Da gibt es Gefühl und Liebe und tiefes Verständnis für die menschliche Psyche. Und es gibt jede Menge Anhaltspunkte und Stoff zum Nachdenken für einen selbst. Ein absoluter Traum!!!

Rezension 2
Ein spiritueller Ratgeber? Eine Liebesgeschichte? Ein spannender, aus dem Leben gegriffener Roman? Ein Krimi? Eine psychologische Studie, die zeigt, wie Kindheitserlebnisse zu Prägungen führen und wie Gedankenmuster unser Leben bestimmen? Oder Ein „Finde dich selbst-Buch“? Irgendwie – und eben das ist das Kunststück an diesem Werk – ist es alles. Die Protagonistin ist einfach nur „Ich“ und hat während des ganzen Buches keinen Namen. Das ist ungewöhnlich, aber überhaupt nicht störend. Ihr Leben weist die Probleme vieler auf: eine komplizierte Beziehung, keine echte berufliche Entwicklung und jede Menge Minderwertigkeitskomplexe. Aber anders als in sonstigen Büchern werden diese Dinge nicht nur auf tiefste Weise untersucht, sondern auch gelöst und – was mir am besten gefällt – die Umsetzung dieser Lösung auf das reale Leben wird klar und deutlich aufgezeigt. Nicht nur für die Protagonistin, sondern für uns alle. Und das wird in intensiven, tiefgehenden Dialogen so wunderbar dargestellt, dass mir bei manchen Sätzen oder Schlussfolgerungen wirklich die Schuppen von den Augen fielen. Hier werden nicht nur kluge Sprüche wiedergegeben, nein, in diesem Buch sind durchdachte, profunde Weisheiten zu finden, die jeder auf sein eigenes Leben umsetzen kann. Es ist wirklich schwer, eine Zusammenfassung zu geben, weil so wahnsinnig viel Input in diesem Buch steckt. Es ist die gelungene Kombination zwischen tiefer Spiritualität eingepackt in eine spannende, ergreifende und witzige Story. Ein echtes Erlebnis! Für mich ein Highlight!

Rezension 3
Ich schätze mich glücklich, dieses Buch gelesen zu haben. Es ist unglaublich vielfältig und dabei wunderbar geschrieben. Spannung, Liebe, Spiritualität, so viele Bereiche sind enthalten. Es hat mich fasziniert, dass die Autorin nicht nur spirituelle Weisheiten eingebaut hat, sondern eben auch der Weg der Protagonistin gezeigt wurde, mit diesen Weisheiten umzugehen. Mit all ihren Schwierigkeiten, Zweifeln und Unzulänglichkeiten. All ihren Fragen, die in ihr aufgetaucht sind und auch die Hürden die sie, trotz ihres Vorankommens, nicht so einfach überschreiten konnte. Es macht wahnsinnig Mut, dieses Buch. Mut, sein eigenes Leben zu durchleuchten, sich selber lieben zu lernen, sich selbst und andere nicht zu verurteilen. Einfach zu verstehen. Aber auch Grenzen zu setzten. Ich fühle mich durch dieses Buch reich beschenkt. Für mich ganz persönlich sind die Botschaften in dem Buch tragfähig. Danke auch für die ehrliche Beschreibung der sexuellen Empfindungen und Zwiespalte. Es war für mich sehr wichtig, dies zu lesen. Danke dafür. Besonders hat mir auch der Einblick in die Filmwelt gefallen. Danke auch hier noch einmal für die Auseinandersetzung mit dem Mainstreamfernsehen. Schadet nicht, mal wieder darauf aufmerksam gemacht werden, was da so täglich über die Glotze flimmert. Ich habe jetzt viel Stoff zum Nachdenken, über das Leben, über die Menschen, über Gott, über das Fernsehen und letztendlich über mich selbst. Und ich habe das Gefühl etwas verstanden zu haben. Danke für dieses Buch!!!