Interview mit amorem namque Librorum (Buchblog)

  1. Was machst Du in Deiner Freizeit, wenn Du nicht gerade am Schreiben bist?

Reisen, Lesen, Lesen, Lesen – und Sport! Musik hören, mit meinem Mann abhängen, ja, und falls ich es nicht schon erwähnt habe: Lesen!

 

  1. Hast Du verborgene Talente?

Oje, das hört sich ein wenig nach Eigenlob an! Aber ich glaube, ich kann gut zuhören, wenn jemand Hilfe braucht und gute Vorträge halten, wenn es darauf ankommt 🙂

  1. Was ist Deine Lieblingssüßigkeit?

Pflaumenkuchen mit Streuseln!

  1. Was ist Dein größter Wunsch?

Es gibt so viel, für das ich dankbar sein kann und das wird mir jeden Tag neu bewusst. Ich weiß, das hört sich jetzt seltsam an, aber ich habe tatsächlich seit längerem keinen größten Wunsch.

  1. Wie sieht Dein Alltag aus?

Das hängt ganz davon ab, ob ich gerade in einem Projekt stecke oder nicht. Schreibe ich ein Buch, fängt mein Tag um fünf Uhr morgens an und ich sitze in der Regel acht bis zehn Stunden am Rechner. Dazwischen müssen natürlich die üblichen Dinge erledigt werden, wie Haushalt und sonstiges. Habe ich mal freie Zeit, dann reise und lese ich viel und tue viele Dinge, die mir neuen Input geben.

  1. Wenn Du 6 Monate in die Antarktis müsstest, was würdest du mitnehmen?

Meine Meditationsmatte, Kopfhörer, Musik, so viele Bücher, wie es nur geht, viele Stifte und viel Papier – und wenn das ginge – den Laptop.

  1. Wer zählt zu Deinen Lieblingsautoren?

Hesse, Tom Wolfe, Deepak Chopra, ansonsten die klassische, indische Literatur.

  1. Hörst Du beim Schreiben Musik? Wenn ja, welche?

In der Inspirations-und Findungsphase, ja, da ist dann von Klassik über Liedermacher bis Pop/Rock alles dabei. Danach eher nicht mehr, weil mich sonst die Musik zu sehr wegschwemmt.

  1. Welcher Film hat Dich am meisten berührt und warum? Oder war es eher ein Buch?

Ein Buch: Fräulein Hallo und der Bauernkaiser von Liao Yiwu

  1. Muss es immer ein Happy End im Buch geben oder nicht? Warum?

Ja, ich stehe auf Happy Ends, weil sie Leuchttürme sind in unserer Welt, weil sie uns Vertrauen geben und uns den Glauben an das Gute nicht verlieren lassen. Ich glaube, Happy Ends sind wichtiger, als man ahnt.

  1. Wie wichtig ist für dich der Schreibstil eines Autors und was kann man deiner Meinung durch ihn an dem Menschen erkennen?

Der Schreibstil ist Geschmackssache und insofern wichtig, dass er einem schmecken muss, was mich aber nicht abhält, auch mal ein Buch zur Hand zu nehmen, das neue, ungewohnte Nuancen bereithält. Aber ich finde, man kann durch den Schreibstil durchaus die Bildung, die Gesinnung und Grundeinstellung eines Autors erkennen.

Welcher Charakter hat dich bisher am meisten zur Weißglut getrieben und weswegen?

Zur Weißglut getrieben hat mich eigentlich noch keiner, weil ich meine Charaktere alle mag. Ich kann sie alle verstehen, klar, ich habe sie ja erfunden  –  und da jeder Mensch Beweggründe für sein Handeln hat, bin ich nicht der Typ, der verurteilt. Ich mag daher auch kein Schwarz-Weiß-Denken.

  1. Welcher Charakter ist dir während des Schreibens besonders unter die Haut gegangen und wieso?

Da müsste ich fast aus dem Nähkästchen plaudern, denn das ist Max, der in meinem neuen Buch eine Rolle spielt. Der hat mir regelmäßig die Tränen in die Augen getrieben – warum, kann ich hier beim besten Willen nicht verraten!

  1. Hast du irgendwelche Rituale vor, während oder nach dem Schreiben einer Geschichte?

Ja, ich meditiere immer, bevor ich schreibe, zünde ein Kerzchen an und gehe in mich, bevor ich loslege. Das ist wohl meinem halbindischen Charakter geschuldet.

  1. Schreibst du deine Bücher von Anfang bis Ende oder springst du durch das Buch sozusagen durch und schreibst da, wo du gerade die passende Idee hast und fügst dann alles zusammen?

Bücherschreiben ist wie Kinderkriegen. Du denkst, du weißt, wie es läuft – und jedes Mal ist es dann doch wieder anders. Manchmal hatte ich zuerst den Titel und bekam danach die Idee für den Plot. Bei manchen habe ich Abschnitte geschrieben, so wie du es oben beschrieben hast, und sie dann zu einer Geschichte zusammengefügt. Bei Life Chat war es so, dass der Plot wie ein Wasserfall auf mich eingestürmt ist und ich zehn Tage lang ununterbrochen geschrieben habe – bis das Buch fertig war.

  1. Was hat dich dazu bewegt „Weil du meine Seele streichelst…“ zu schreiben?

Danke, dass du das fragst! Ausschlaggebend waren E-Mails von meinen Lesern. Manche öffnen sich sehr in diesen Mails und stellen Fragen. in der letzten Zeit ist dabei immer wieder das Thema Ehe, Sex und Geld aufgetaucht. Frauen, die Frauen sein wollen, aber sich in dieser Rolle nicht gleichberechtigt fühlen. Ich habe fünf Fragen zusammengestellt und diese an meine Bekannten und Freude verschickt – und zusätzlich einen anonymen Chat eingerichtet (der inzwischen von mir wieder gelöscht wurde) – , in dem Leute ihre Meinung bezüglich Ehe, Geld, Emanzipation und Sex mitteilen konnten, sprich ihre eigenen Erfahrungen. Es war unglaublich aufschlussreich und hat sich letztendlich auf ein paar Aussagen verdichtet, die ich in „Weil du meine Seele streichelst …“ aufgegriffen habe.

  1. Dein persönliches Herzbuch und wieso bedeutet Dir es so viel?

Herzbauchgefühl und Herzschlagfinale. Ich mag einfach jeden Charakter darin und diese Bücher zu schreiben war wie das Dahingleiten auf einem Fluss. Außerdem bin ich Halbinderin wie Greta und habe die Reise nach Schottland und Indien selbst unternommen – wenn auch nicht unter solchen Vorzeichen wie die Protagonistin.

  1. Was wird uns noch erwarten bzw., welche Projekte hast Du noch geplant?

Zwischen „Absturz nach oben“ und dem jetzigen Buch habe ich noch „Herzgoldstaub“ fertiggestellt – eine Sammlung aller Weisheiten, Zitate und Sprüche aus meinen bisherigen Büchern. Dieser Band ist auf Anregung meiner Leser entstanden, weil sie oft nicht mehr wissen, wo welcher Satz steht, den sie gerne noch einmal hätten nachlesen wollen. Ich habe diese Zitate zusammengefasst und nach Themen gegliedert. Das Buch ist so gut wie fertig – „Herzgoldstaub“ erscheint dann im Herbst.

„Weil du meine Seele streichelst …“ wird  erst mal mein Abschiedsbuch sein. Zum einen brauche ich Abstand, zum anderen möchte ich mich auch neu erfinden. Mittlerweile bin ich zwar bekannt für den Spagat zwischen Belletristik und Spiritualität, aber nicht sicher, ob ich das so weiter beibehalten möchte. Was mich schon immer gereizt hat, ist ein Epos – ein Fantasyroman. Aber dafür brauche ich eine längere PAUSE.  🙂

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